Eine Stolperschwelle und 10 Stolpersteine

Am Donnerstag, dem 28. März 2013 wird vor der Stierstraße 21 in Berlin-Friedenau vom Künstler Gunter Demnig eine Stolperschwelle verlegt.  

Sie trägt die Inschrift: 

STIERSTRASSE 21 VORDERHAUS 1. ETAGE RECHTS

IN DIESER WOHNUNG WAR VON 1933 BIS 1938 EIN JÜDISCHER BETRAUM

1938 – NOVEMBERPOGROM – VON DEN NAZIS GESCHLOSSEN

Die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße Friedenau wird die Stolperschwelle am  

Donnerstag, dem  28. März um 17:30 Uhr

in der Stierstraße 21, Berlin-Friedenau

der Öffentlichkeit übergeben.

 

Die Anregung dazu gab Henry Kuttner, der uns darum bat, für die private Synagoge einen Stolperstein zu legen. Er ist als kleiner Junge oft in diese Wohnung  gegangen, in der sich der Betsaal, ein Kinderhort und eine Suppenküche befanden; sie war die letzte Möglichkeit der jüdischen Gemeinde, gemeinsam zu feiern und sich zu treffen, bis auch diese bescheiden in einer Wohnung eingerichtete Synagoge nach dem Novemberpogrom 1938 von den Nazis geschlossen wurde.

Henry Kuttner lebt in London und hat von der Tätigkeit unserer Initiativgruppe erfahren.

Stolpersteine werden ausschließlich für Nazi-Opfer – also nur für Personen – gelegt, doch wird der Künstler Gunter Demnig eine Stolperschwelle fertigen. Sie ist etwa einen Meter lang, besteht ebenfalls aus Messing und wird – wie ein Stolperstein – in den Bürgersteig eingelassen.  

Am gleichen Tag werden 10 Stolpersteine zur Erinnerung an ermordete jüdische Bewohner in der angrenzenden Fregestraße und Wilhelm-Hauff-Straße verlegt. Die Übergabe der Stolpersteine an die Öffentlichkeit erfolgt  unmittelbar im Anschluss, indem wir zu den Steinen gehen und von den Lebensläufen der Opfer erzählen. 

Das Programm zur Zeremonie wird einige Tage vor der Verlegung der Stolpersteine  und der Schwelle veröffentlicht.

Über Petra Fritsche

Stadtspaziergänge in Berlin
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6 Kommentare zu Eine Stolperschwelle und 10 Stolpersteine

  1. Dr. Ekkehard Henschke sagt:

    Ich wohne in der Cranachstr. 46 und möchte ermitteln, ob es hier jüdische Bewohner oder Oppositionelle gab, an die erinnert werden sollte. Von dem Stolperstein in der Cranachstr. 58 für Gertrud und Leo Friedländer weiß ich bereits. Ich wäre für Hinweise dankbar.

    • Hallo Herr Dr. Henschke, ich hatte Ihnen bereits geantwortet, doch kam die mail als nicht zustellbar zurück. Da Ihre mail sich immer noch als unbeantwortet in meinem blog befindet, versuche ich es heute einfach noch einmal: In der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Rathaus Schöneberg finden Sie Karteikarten und Nachschlagwerke, in denen Sie nach Opfern suchen können – geordnet nach Adressen. Auch ist es möglich, sich direkt an das Archiv Schöneberg zu wenden, hier hat man ebenfalls die Möglichkeit, direkt nach Häusern bzw. Adressen zu suchen.
      Viele Grüße

      • Dr. Ekkehard Henschke sagt:

        Leider kann ich an der Veranstaltung am 17.Oktober nicht dabei sein. Ich bin aber ab 01. November für mehrere Wochen in Berlin und werde mich mit Ihnen in Verbindung setzen. Friedenau darf doch nicht zum Schauplatz von antisemitischen oder rassistischen Schmierereien werden! Auch als Historiker unterstütze ich die Aktion Stolpersteine nachdrücklich. Herzlich Ekkehard Henschke, Oxford

  2. Waltraut Zachhuber, Arbeitsgruppe Stolpersteine für Magdeburg sagt:

    Sehr geehrte Frau Fritsche, derzei bereiten wir die Verlegung von Stolpersteinen vor, die auch an eine Magdeburger Familie Henschke erinnern soll. Es geht um das Ehepaar Leo (geb. 1899 oder 1992) und Ruth Henschke geb. Lewin (geb. 1906) mit ihrem Sohn Albert-Max (geb. 1935). Im bundesdeutschen Gedenkbuch gibt es auch eine Frieda und eine Regina Henschke, die in Berlin lebten und wie „unser “ Leo aus Labyschin stammen. Beide wurden mit dem gleichen Transport deportiert wie unsere Henschkes, am 26.2.1943 nach Auschwitz. Gibt es verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Berlinern und unseren Henschkes? (In Magdeburg gab es übrigens noch eine verwitwete Hedwig Henschke, deren verstorbener Mann, Hermann, aus Görlitz stammte, und die in das Ghetto Warschau deportiert wurde). Ich qürde mich freuen, wenn ich hier mehr erfahren könnte. Freundliche Grüße, Waltraut Zachhuber

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