Die Südwestpassage Kultour hat mich zu einem ihrer Kulturköpfe ernannt

_MG_2547_web (Small)Die Südwestpassage Kultour am 11. Juni 2015:

Petra Tamara Fritsche wohnt seit Anfang der Siebziger Jahre in Berlin und hat sich von Neukölln nach Friedenau gearbeitet. Auch auf dem zweiten Bildungsweg hat sie es von der Kaufmannsgehilfin bis zur Direktorin des Internationalen Studienzentrums geschafft. Nach Beendigung der „normalen“ Berufstätigkeit hat sie sich für Stolpersteine in Friedenau engagiert und promoviert mit dem Buch „Stolpersteine – Das Gedächtnis einer Straße“. Petra T. Fritsche engagiert sich weiterhin für die Gedenkarbeit, hält Vorträge in Schulen, wissenschaftlichen und politischen Bildungsstätten und macht Stadtführungen in Friedenau und im Grunewald.

Was ist ihr Lieblingswort?
Milch. Das Wort spiegelt lautmalerisch mit dem M das Weiche und mit den übrigen Buchstaben die Helle und Frische des Getränks wider.

Welche Sprache würden Sie gerne können?
Russisch. Russisch klingt für mich weich und warm. Ein mehrmonatiger Kurs vor ein paar Jahren hat aber leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Schade.

Aus welchem Stoff würden Sie gerne mal ein Buch machen?
Ich würde gern über Edith Samuel schreiben: Die jüdische Bildhauerin hat für die Eltern, die ihre Kinder auf Kindertransporte geben mussten, Porträtpuppen angefertigt. Mit diesen Puppen blieben die Eltern allein zurück und wurden meistens deportiert und ermordet – ebenso wie die Eltern von Edith Samuel. Sie selbst ist als letzte ihrer drei Geschwister nach Israel geflohen.

Mehr zu den Kulturköpfen in Friedenau hier: http://www.suedwestpassage.com/index.php?seite=168

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Nach dem dritten Anschlag auf den Informationskasten der Stolpersteingruppe in der Stierstraße

SAM_1592 (Small)In der Nacht zum 26. April ist der dritte Anschlag auf den Info-Kasten der Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße verübt worden.

Mit den Informationen zu den Deportationen unserer ehemaligen Nachbarn, den Fotos von den Übergaben der Stolpersteine an die Öffentlichkeit und Ansprachen der Angehörigen von Opfern erinnern wir an diejenigen Bewohner und Bewohnerinnen der Stierstraße, die während der NS-Terrorherrschaft gedemütigt, ausgegrenzt, deportiert und ermordet oder zur Flucht in andere Länder oder zur Flucht in den Selbstmord getrieben wurden.

SAM_1630 (Small)Wir werden nicht aufhören, daran zu erinnern und haben den Info-Kasten instandgesetzt. Wir danken allen, die uns unterstützt haben, besonders der SPD in Friedenau und Mechthild Rawert – SPD-Bundestagsabgeordnete – , der Bezirksbürgermeisterin Frau Schöttler, der SPD Schöneberg und der Industriegewerkschaft BCE, die die Neuverglasung und Instandsetzung  finanziert haben!

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Artikel zum Stolperstein-Buch in der Zeitschrift YAKINTON; Israel, 2015

Der Bürgersteig als Ort des Erinnerns

von Helene Seidler

Artikelinhalt

Quelle: MB Yankinton, Seite 9 * Nr. 271 * Pessach 5775, März-April 2015

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Kiezspaziergang in Friedenau, Sonntag, 10. Mai, 11:00 Uhr

Wohnhaus Günter Grass

Wohnhaus Günter Grass

Führung durch Friedenau: eine idyllische Landgemeinde

Wir sehen die Architektur der – vorigen – Jahrhundertwende: Villen der Rohbauern und Putzbauern, Jugendstilmiethäuser der Bourgeoisie und erinnern uns an die berühmten Bewohner: Günter Grass, Karl Schmidt-Rottluff, Max Herrmann-Neiße, Uwe Johnson, Widerstandskämpfer der Roten Kapelle. Der Stadtspaziergang endet mit Informationen in der Stierstraße zu den dort liegenden Stolpersteinen.

Treffpunkt: Varziner Platz (Fahrverbindung: Bus 248 oder S- und U-Bahnhof Bundesallee)

Die – kostenlose – Führung endet nach etwa 2 Stunden an der Stierstraße/Ecke Rheinstraße in der Nähe vom Rathaus Friedenau

Anmeldung erforderlich bis zum 7. Mai: petra.fritsche@freenet.de

 

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Das vom Winde verwehte Korkmännchen ist zurück in der Stierstraße

Korkmännchen in der Stierstraße

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Korkmännchen in der Stierstraße

Willkommen liebes Korkmännchen!

In der Stierstraße bist Du mit Deinem Schild NO RACISM genau am richtigen Ort!

Korkmännchen in der Stierstraße - Kopie

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Kritik zum Stolpersteinbuch

Mahnmal, Geschichtsprojekt, Kunstwerk

Mit der Verleihung des Förderpreises würdigt und fördert der Bezirk 2014 die 2005 gegründete Stolperstein-Initiative Stierstraße Friedenau in ihrem beständigen Einsatz gegen das Vergessen jüdischer Mitbürger und will gleichzeitig ein Zeichen setzen gegen rechtsradikale Tendenzen und Antisemitismus in Tempelhof-Schöneberg.

Mitglieder der Stolperstein-Initiative rechs von der Bürgermeisterin, zusammen mit allen mit der Verdienstmedaille geehrten. Foto: BA Tempelhof-Schöneberg

Petra T. Fritsche engagierte sich mit anderen Aktivisten der Friedenauer Initiativgruppe nicht nur für die Verlegung der 57 Stolpersteine und die Stolperschwelle vor einer ehemaligen Synagoge in der Stierstraße, sondern sie hat mit ihrem Buch „Stolpersteine – Das Gedächtnis einer Straße“ ein umfassendes Werk vorgelegt, dass sich unbedingt zu lesen lohnt.

Meine Begeisterung ist nicht allein der Bewunderung dafür geschuldet, dass Frau Fritsche als ehemalige Direktorin des Internationalen Studienzentrums Berlin der Freien Universität sich dieser Dissertation im wahrsten Sinne des Wortes verschrieben hat, sondern sie öffnet der Leserschaft die Augen für historisch-politische Entwicklungsverläufe der deutschen Gedenkkultur nach 1945. Sie setzt sich nicht nur kritisch mit der Art und Weise sog. Wiedergutmachungs- bzw. Entschädigungsprozesse als einem Versuch der Vergangenheitsbewältigung auseinander, sondern zeigt Nachkriegsnetzwerke von Profiteuren, Unterstützern und „ Ariseurern“ auf, die Verbände Judengeschädigter gründeten und in ihrer Zeitung „Restitution“ offen antisemitisch agierten. Erst die Rückkehr der Exilanten Horkheimer und Adorno an die Frankfurter Universität vermochte die antifaschistischen Kräfte in Deutschland ab 1948 zu unterstützen. Sie erklärt mit Mitscherlich, wie es zu der Verwandlung von Schuldgefühl und Scham in Selbstmitleid kommen kann und zieht die Psychoanalyse als Form kritischer Selbstbesinnung heran, um sich den Umgang mit Trauer als kognitivem und emotionalem Prozess der Bewusstmachung anzunähern. Nach Adorno „führt Wissen (allein, d. Verf.) nicht zur hellen Erkenntnis, sondern zu Verdrängung und Abwehr.“

Petra T. Fritsche widmet sich der Darstellung des NS-Terrors in Film und Literatur der frühen Nachkriegsjahre und den Grundlagen philosophischer Vergangenheitspolitik und macht uns in ihrem Kapitel „Erinnern und Gedenken“ kenntnisreich mit unterschiedlichen Denkansätzen zum kollektiven Gedächtnis vertraut. Wir verstehen, dass Erinnern ein dynamisches Geschehen (M. Halbwachs), ein gegenwärtiger Prozess ist, mit dem Vergangenes in den aktuellen Lebenszusammenhang integriert wird. „Es bewahrt nicht Tatsachen, sondern rekonstruiert Geschichte nach Bedarf und Zeitgeist.“ (M. Halbwachs. Franz. Soziologe u. Philosoph, gest. 16.03.1945 im KZ Buchenwald).

Die Verfasserin weist uns den Weg zu den Stolpersteinen als retrospektiver Erinnerungskultur, die die Menschen vor dem Vergessen bewahren wollen, indem sie ihre Namen vergegenwärtigen. Bedeutsam ist es, das Erfahrungsgedächtnis der Zeitzeugen, das kommunikative, im Alltag verhaftete,  in das kulturelle Gedächtnis der Nachwelt zu übersetzen (Assmann, J.u.N).

Petra T. Fritsche lässt in ihrem Buch auch Vorbehalte zu, „die Steine werden mit Füßen getreten,“ lässt uns an ihrer Spurensuche in der Stierstraße und den Biographien ihrer verfolgten Anwohner teilhaben und sie führt weitere Beispiele für neue Formen des Gedenkens an.

Die Stolpersteine sind in der Alltagswelt der deutschen und mittlerweile auch europäischen Öffentlichkeit angekommen. In Israel weisen die Printmedien darauf hin, seit 2012 existiert ein Geschichtsprojekt. Die hier erscheinende Jüdische Allgemeine brachte mehrfach Artikel zu dieser Initiative, die eine neue Gedenkkultur schafft, indem sie gestaltend eingreift und die Trennlinie zwischen Privatheit und Öffentlichkeit wie zwischen politischer und kultureller Öffentlichkeit nivelliert. Ein Kommunikationsraum entsteht, Verbindungen zwischen Bürgern, die engagierte Biographiearbeit leisten, zwischen Stolpersteinpaten und Angehörigen, auf deren Wunsch sie häufig verlegt werden.

Die Beteiligungsmöglichkeiten sind derart vielfältig, dass sich auch Jugendliche und Schulklassen angesprochen fühlen. Auf diesem Weg erfahren und erfühlen sie das Schicksal einzelner Menschen unter dem Terrorregime der Nationalsozialisten, Mitbürger, die jetzt wieder bei ihrem Namen genannt und so der vollständigen Vernichtung durch Vergessen entrissen werden. Das Kunstwerk entwickelt sich dynamisch weiter – in Europa gibt es mittlerweile 45.000 Stolpersteine in 18 Städten, in Berlin sind es allein 5.500 – und wurde zum größten dezentralen Mahnmal weltweit.

Stolpersteine sind kein Denkmal für Feiertage und Ansprachen, sie liegen mitten unter uns, ein Ort des Erinnerns, ein Angebot des Fühlens im Innehalten. Sie sind „das Gedächtnis einer Straße.“

Sibylle Schuchardt

Petra T. Fritsche
Stolpersteine – das Gedächtnis einer Straße
Das umfassende Stolperstein-Buch
532 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-86573-808-0
Wissenschaftlicher Verlag Berlin

 Erschienen in der Stadtteilzeitung Schöneberg, Februar 2015

 

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Lesung und Gespräch im Salon von Helmuth Pohren-Hartmann: Samstag, 21. Februar, 19:00 Uhr

 

Petra Fritsche hat über die 57 Stolpersteine in der Stierstraße in Berlin-Friedenau ein Buch geschrieben und wird es hier am 21. Feb. 2015 vorstellen. Sie liest und erzählt von einigen Menschen, deren Lebensläufe sie recherchiert hat.

Zu Lesung und Gespräch lade ich Sie herzlich ein!

H. Pohren-Hartmann


Stolpersteine – Das Gedächtnis der Stierstraße

Die Stolpersteine sind Mahnmal, Kunstwerk und Geschichtsprojekt. Bei der Spurensuche nach dem Lebensweg eines NS-Opfers, für das man einen Stolperstein legen will, geben sowohl NS-Dokumente als auch Dokumente der Entschädigungs- und Rückgabeakten Auskunft. Dabei erfährt man von der Ausgrenzung, Ausplünderung und Deportation des Opfers und auch, aufgrund welcher Gesetze und Verordnungen dies geschah. Die Dokumente, Fotos, Erlebnisberichte in den Archiven geben gleichzeitig einen Einblick darin, wie viele Bürger von diesen Ausplünderungen, Verwertungen und Deportationen wussten, d.h. wie umfassend die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Verbrechen in der NS-Diktatur war.

Die Nachforschungen führen auch dazu, dass man auf Nachkommen und Angehörige der Opfer trifft. Oftmals entwickelt sich dadurch eine Korrespondenz und auch der Austausch von Dokumenten, Bildern und Zeugnissen und Erinnerungen. Erinnerungsräume werden so auch bei den Opfer-Familien erschlossen, da das Beschweigen nicht nur in der Welt des Tätervolkes stattfand; auch in den Familien der Opfer wurde nicht gesprochen.

Diese Familienmitglieder kommen häufig zu den Übergabe-Zeremonien. Der Kommunikationsraum zwischen den Paten der Stolpersteine und den Angehörigen ist Generationen- und Länderübergreifend. Er verbindet Nachkommen der Täter und Opfer, weil des Einzelnen gedacht wird.

 

Wann: Sonnabend den 21. Feb. 2015, um 19 Uhr

Wo: In der Wohnung von Helmuth Pohren-Hartmann

  Brünnhildestr. 3, III. OG, 12159 Berlin (Friedenau)

Tel.: 852 69 67, E-Mail: pohren-hartmann@t-online.de

U- u. S-Bhf Bundesplatz Ausgang Varziner-Platz, Bus 248

Sie und Ihre Freunde sind herzlich dazu eingeladen.

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Die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße Friedenau erhält den Förderpreis 2014

IMG_7999 (Small)Im Rathaus Schöneberg erhält die Initiativgruppe den Förderpreis 2014

und einen Scheck über 1.000 €
Artikel in der Berliner Woche

Die Urkunde zum Förderpreis

Die Urkunde zum Förderpreis

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Lesung und Gespräch am 23. November

Lesung und Gespräch

mit Dr. Petra T. Fritsche:

Stolpersteine – Das Gedächtnis der Stierstraße
Sonntag 23. November 2014
15 Uhr
Freizeitstätte Stierstraße 20 a (barrierefrei)
(Nähe Rathaus Friedenau, Bus M 48 und Bus M 85)
Eintritt frei. Kleines Buffet.

Abbildung Buch-CoverKleine Spende für das Projekt „Wundertüte“ für benachteiligte Kinder in Friedenau erwünscht.

Weitere Informationen AWO Friedenau, Eva Liebchen
851 76 13 oder 0170-335 78 24 und eva.liebchen@gmx.net

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