
In der Nacht zum 3. Februar wurden wieder Stolpersteine in beschmiert, und zwar in der Dickhardt-, Saar-, Wilhelm Hauff-, Handjery-, Sponholz- und Wielandstraße!

In der Nacht zum 3. Februar wurden wieder Stolpersteine in beschmiert, und zwar in der Dickhardt-, Saar-, Wilhelm Hauff-, Handjery-, Sponholz- und Wielandstraße!
Es kommt darauf an, zu widersprechen – Antisemitismus in Deutschland
Mit: Petra Fritsche (Stolpersteinaktivistin), Anne Goldenbogen (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus), Andrej Hermlin (Musiker?), Levi Salomon (Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus)
Moderation: Hans Coppi (Berliner VVN-BdA) und Benjamin Steinitz (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS)
Wann: Donnerstag, den 4. Februar 2016 um 19 Uhr
WO: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal
(Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin ), Tram 4,
Bus 200, 124 (Haltestelle Am Friedrichshain)
„Hallo, dreckige Judenfreundin, Wir werden nicht nachlassen, eure Symbole zu schänden, mit denen ihr unser schönes Friedenauer Stadtbild vergewaltigt“ heißt es in einer E-Mail an Petra Fritsche, die Stolpersteine in Friedenau verlegt. Auf der Al Quds-Demonstration im Juli 2015 wurde von einem Redner „Tod Israel, verflucht seien die Juden und Sieg für den Islam“ skandiert. Ein Jahr zuvor war es im Zusammenhang mit der Eskalation im Gazakonflikt zu Beleidigungen gegen und Angriffen auf jüdische Menschen und solche die sich mit Israel solidarisierten in Berlin und anderen Gegenden Deutschlands gekommen. Äußerungen auf Pegida- und Legida-Demonstrationen zeigen wie stark Rassismus und Antisemitismus zusammengehen. Hinzu kommt der offene Antisemitismus von Neonazis, aus der Mitte der Gesellschaft und aus dem muslimischen Milieu.
Wir müssen darüber reden.
Aus einem Interview mit Andrej Hermlin im November 2014:
„Gerade in der Presse wird in letzter Zeit behauptet, der Antisemitismus hierzulande sei der Antisemitismus jener Menschen, die aus arabischen Ländern zu uns gekommen sind. Dass der dort besonders verbreitet ist, ist unstrittig. Aber die deutschen Antisemiten mit diesem Verweis gleichsam aus ihrer Verantwortung zu entlassen, ist natürlich billig. In Wahrheit verhält es sich so, dass sich hier plötzlich Menschen miteinander verbünden, die eigentlich sonst nichts miteinander zu tun haben. Nämlich Neonazis, Palästinenser, Araber, linke Antisemiten. Es ist momentan in unserer Gesellschaft eine Tendenz zu erkennen, alles in Frage zu stellen. Die Leute raunen: Die Regierung belügt uns, die Medien belügen uns, es ist eine große Verschwörung der Amerikaner und Juden im Verbund mit den Medien, der NSA, und der FED (Zentralbank der USA) im Gange.“
Veranstalter: Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA e.V.), Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.), Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin, Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte, Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus
Sonntag, 31. Januar 2016, 14:00 Uhr
Im Namen der Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert lade ich Sie herzlich zur Holocaust Gedenkveranstaltung am 31. Januar 2016 in die Evangelische Philippus-Nathanael Kirchengemeinde, in die Stierstraße 17-19 nach Friedenau ein.
Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945 durch die Rote Armee.
Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert ehrt in jedem Jahr die Opfer der NS-Gewaltherrschaft mit einer Veranstaltung an einem Erinnerungsort in Tempelhof-Schöneberg.
Die Stierstraße ist einer dieser Orte. Dort erinnert eine Stolperschwelle an den ehemaligen jüdischen Betraum sowie 57 Stolersteine.
Angelika Hermes und ich werden bei der Veranstaltung über Menschen sprechen, für die in der Stierstraße Stolpersteine gelegt wurden und darüber, wie es zu der Legung der Stolperschwelle für den jüdischen Betraum kam.
Anmeldung bitte an:
Mechthild Rawert, MdB
email: mechthild.rawert.wk at bundestag.de
Tel. 72013884
Übergabe von zwei Stolpersteinen an die Öffentlichkeit am 17. November 2015

Treffpunkt: Wird nach Anmeldung mitgeteilt
Dauer: ca. 2 Stunden
TeilnehmerInnen: max. 20
Anmeldung erbeten unter: petra.fritsche@freenet.de
Die Führung ist kostenlos
Wir sehen die Architektur der – vorigen – Jahrhundertwende: Villen der Rohbauern und Putzbauern, Jugendstilmiethäuser der Bourgeoisie und erinnern uns an die berühmten Bewohner: Günter Grass, Karl Schmidt-Rottluff, Max Herrmann-Neiße, Uwe Johnson und Widerstandskämpfer der Roten Kapelle. Der Stadtspaziergang endet mit Informationen in der Stierstraße zu den dort liegenden Stolpersteinen.
Petra Fritsche hat Angst. Einschüchtern lässt sie sich aber nicht, wie sie sagt. „Im Gegenteil.“ Wieder einmal hat sie einen Drohbrief erhalten. Er beginnt mit: „Hallo dreckige Judenfreundin“, und endet mit: „Also Fritsche (…) vielleicht schaust du dich auf dem Fahrrad nach deinen Sparkassenbesuchen an der Kaisereiche besser mal öfters nach hinten um…“ Absender der E-Mail: Richard Wagner vom „Anti-Stolper-Stein-Projekt“. Für die Stolpersteinaktivistin aus Friedenau ist klar, dass hinter dem anonymen Verfasser die Neonaziszene steckt. „Ich habe den Staatsschutz informiert“, sagte Petra Fritsche der Berliner Morgenpost.
weiterlesen:-http://www.morgenpost.de/berlin/article205802129/Stolperstein-Aktivistin-trotzt-Drohbriefen-von-Neonazis.html
Liebe Freunde und Freundinnen,
am kommenden Freitag werden um 17:00 Uhr drei Stolpersteine der Öffentlichkeit übergeben. Ich lade Euch herzlich ein, daran teilzunehmen. Es werden 11 Angehörige aus Israel – Enkel und Urenkel – an der Zeremonie teilnehmen.


September 2015: Ein Beitrag über die Stolperstein-Arbeit im LokalJounal:
Von Juliane Last:
„Ihr Name ist in Friedenau untrennbar mit einer Sache verbunden: den Stolpersteinen. Seit gut acht Jahren engagiert sie sich innerhalb der „Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße“ für die seit dem Jahr 2000 von Gunter Demnig verlegten Kunstwerke, eine besondere Form des Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes. Ganz genau kann sie es nicht mal sagen, aber inzwischen hat sie an der Verlegung von bestimmt 60 Steinen in Berlin mitgewirkt. Aktuell dauert es im Schnitt ungefähr drei Jahre von der ersten Recherche bis zur endgültigen Verlegung eines Steins. 4000 Stück lässt der Künstler Demnig, der jede Steinanfrage prüft, pro Jahr herstellen. Ein Stein kostet 120 Euro, 50.000 Steine in 17 Ländern wurden in den letzten 15 Jahren verlegt.
Meist beginnt es nur mit einem Namen, den Petra Fritsche entweder selbst gefunden hat oder aber von Menschen bekommt, die einer Person gedenken wollen. Dann steigt sie in die Recherche ein – sie schaut in alte Telefonbücher, Adresslisten aus den 30er und 40er Jahren, jüdische Adressbücher oder Deportationsunterlagen in den Museen und Archiven der einzelnen Stadtteile und versucht so, die Geschichte des Menschen zu rekonstruieren. Was sie dabei liest und erfährt, geht häufig weit über das hinaus, was wir aus den Geschichtsbüchern kennen. Es ist genau festgelegt, was Spaziergänger auf den blanken Steinen lesen werden, die Informationen sind aufgrund der Größe von 10 x 10 Zentimetern zwar knapp, doch aussagekräftig. Bei der Verlegung der Steine erzählt Petra Fritsche dann, was sie über den Menschen herausgefunden hat – und das berührt….
Weiter: Petra Fritsche gibt vergessenen Menschen wieder einen Namen

Villa Harteneck
Die Villenkolonie Grunewald und ihre Bewohner
Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben, max. 20 Personen
Anmeldung erforderlich bis
7. Sept. per E-Mail
In der Villenkolonie Grunewald wohnten viele jüdische Künstler, Widerstandskämpfer und Industrielle, deren originelle und romantische Villen auch heute noch den Grunewald prägen, so die Villen Pannwitz (1912-14 von German Bestelmeyer), Epstein, Konschewski oder Harteneck. Wir werden die Landhäuser und Gärten sehen (keine Innenbesichtigung) und vom Leben ihrer Architekten und Bewohner wie Lion Feuchtwanger, Walther Rathenau, Friedrich Wilhelm Murnau, Engelbert Humperdinck und Wilhelm Canaris hören. Der Spaziergang endet am S-Bahnhof Grunewald mit dem Mahnmal der Deportation.
Friedenau, das Künstlerviertel
Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben, max. 20 Pers., Anmeldung erforderlich bis
7. Sept. per E-Mail

Wohnhaus Günter Grass
Beim Rundgang durch Friedenau sehen wir die Architektur der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Villen der Roh- und Putzbauern sowie Jugendstilmietshäuser der Bourgeoisie erinnern uns an die berühmten Bewohner Friedenaus: u.a. Günter Grass, Karl Schmidt-Rottluff, Max Herrmann-Neiße, Uwe Johnson sowie Widerstandskämpfer der Roten Kapelle. Der Stadtspaziergang endet in der Stierstraße mit Informationen zu den dort liegenden Stolpersteinen.